Shellac und Gellack im Vergleich

Was ist Shellac? Unterschied zu Gellack einfach erklärt

Shellac ist im deutschsprachigen Raum fast zum Oberbegriff für lang haltende Farblacke geworden. Genau genommen ist Shellac aber ein Markenname: Das Produkt stammt von CND (Creative Nail Design) und kam 2010 als Verbindung aus klassischem Nagellack und UV-Gel auf den Markt. Gellack – auch Gel Polish, UV-Nagellack oder Soak-off-Gel genannt – beschreibt dagegen die gesamte Produktgruppe. Dieser Ratgeber erklärt, was Shellac ist, worin der Unterschied zu Gellack liegt und worauf es bei Auftrag, Haltbarkeit und Entfernung ankommt.

Was ist Shellac?

Shellac ist ein farbiger Lack, der wie Nagellack mit dem Pinsel aufgetragen, aber wie Gel unter einer UV- oder LED-Lampe ausgehärtet wird. Die Oberfläche ist danach sofort trocken, und die Farbe hält deutlich länger als herkömmlicher Nagellack. Der Name erinnert an Schellack, ein natürliches Harz – mit diesem Harz hat das heutige Produkt allerdings nichts zu tun.

Im Alltag sagen viele „Shellac“ oder „Shellack“, wenn sie eigentlich jeden UV-härtenden Farblack meinen. Beim Einkauf und in der Beratung hilft es, beide Begriffe auseinanderzuhalten.

Und was ist UV-Nagellack?

„UV-Nagellack“ wird meist als weiterer Name für Gellack verwendet, also für Farblack, der unter UV- oder LED-Licht aushärtet. Gelegentlich sind damit auch klassische Nagellacke gemeint, die unter UV-Licht lediglich schneller trocknen – diese härten aber nicht aus und halten deutlich kürzer. Kurz zusammengefasst: Gellack und UV-Nagellack bezeichnen in der Regel dasselbe, Shellac ist eine bestimmte Marke daraus.

Shellac und Gellack: der Unterschied

Technisch gehören Shellac und Gellack zur selben Produktfamilie: Beide sind lichthärtende Farblacke auf Basis von (Meth-)Acrylaten. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass Shellac ein bestimmtes Markenprodukt ist, während Gellack viele Marken und Rezepturen umfasst.

Shellac Gellack
Was ist es? Markenprodukt von CND Oberbegriff für UV/LED-härtende Farblacke vieler Marken
Aushärtung UV- oder LED-Lampe UV- oder LED-Lampe
Aufbau Base Coat, Farbe, Top Coat aus einem System Base Coat, Farbe, Top Coat – idealerweise aus einer Serie
Haltbarkeit laut Hersteller rund zwei Wochen je nach Produkt und Naturnagel etwa zwei bis vier Wochen
Entfernung Einweichen mit Remover meist ebenfalls Einweichen (Soak-off), je nach Produkt auch Abfeilen
Auswahl Farbpalette einer Marke sehr große Auswahl an Farben, Effekten und Marken

Für das Ergebnis am Nagel sind deshalb weniger der Name als die Qualität des Produkts, die passende Base und eine saubere Vorbereitung entscheidend. Eine Übersicht über verschiedene Marken bietet die Kategorie Gellack, zum Beispiel JOIA vegan mit veganen Rezepturen oder LUNA moon mit über 170 Farbtönen.

So wird Shellac bzw. Gellack aufgetragen

  1. Vorbereitung: Nagelhaut zurückschieben, die Nageloberfläche leicht mattieren und anschließend gründlich entfetten.
  2. Base Coat: eine dünne Schicht auftragen und in der Lampe aushärten. Die Base sorgt für Haftung und gleicht kleine Unebenheiten aus – mehr dazu im Ratgeber Welche Base ist die richtige?
  3. Farbe: zwei dünne Schichten statt einer dicken auftragen und jede Schicht einzeln aushärten. Die freie Nagelkante dabei mit versiegeln.
  4. Top Coat: schützt die Farbe und sorgt für Glanz. Bei Top Coats mit Schwitzschicht wird diese nach dem Aushärten entfernt – Details im Ratgeber Top Coat für Nägel.

Die genauen Aushärtezeiten hängen vom Produkt und von der Lampe ab und stehen in der Herstellerangabe. Passende Geräte finden sich unter UV/LED Nagellampen.

Wie lange hält Shellac?

Bei sorgfältigem Auftrag hält Shellac bzw. Gellack in der Regel zwei bis drei Wochen. Danach ist meist der Nagel herausgewachsen, und am Nagelhautrand entsteht eine sichtbare Lücke. Wie lange die Farbe tatsächlich hält, hängt vor allem ab von:

  • der Vorbereitung – Fett- und Staubreste sind die häufigste Ursache für Abplatzer,
  • dünnen Schichten, die vollständig aushärten,
  • versiegelten Nagelkanten,
  • dem Zustand des Naturnagels und der täglichen Belastung der Hände.

Tipps: Was bei Shellac hilft – und was schadet

Das hilft

  • Nagelhaut pflegen: Regelmäßig Nagelöl oder Handcreme verwenden. Geschmeidige Nagelhaut und Nägel halten den Lack länger.
  • Handschuhe beim Putzen: Reinigungsmittel greifen Lack und Nägel an. Handschuhe verlängern die Haltbarkeit und schützen vor Austrocknung.
  • Rechtzeitig erneuern: Nach zwei bis drei Wochen entfernen und bei Bedarf neu auftragen, statt den Lack dauerhaft zu tragen.
  • Zustand der Naturnägel beobachten: Bei dünnen oder empfindlichen Nägeln kann eine Pause mit intensiver Pflege sinnvoll sein.

Das schadet

  • Abkratzen oder Abziehen: Dabei lösen sich obere Schichten der Nagelplatte mit ab – die Nägel werden dünn und brüchig.
  • Lackieren auf ungepflegten oder fettigen Nägeln: Der Lack haftet schlecht, hebt sich früher ab und das Finish leidet.
  • Ungeeignete Lampe: Eine zu schwache oder nicht passende Lampe härtet unvollständig aus. Das verkürzt die Haltbarkeit und erhöht das Risiko von Hautreizungen.

Shellac entfernen

Shellac und die meisten Gellacke werden nicht abgefeilt, sondern eingeweicht (Soak-off):

  1. Die Oberfläche des Top Coats leicht anrauen, damit der Remover eindringen kann.
  2. Pads mit Remover tränken, auf die Nägel legen und mit Folie oder Clips fixieren.
  3. Rund zehn Minuten einwirken lassen.
  4. Den angelösten Lack mit einem Rosenholzstäbchen vorsichtig abschieben – nicht abknibbeln oder abziehen, sonst werden Schichten des Naturnagels mit abgelöst.
  5. Zum Schluss Nagelhaut und Nägel mit Öl pflegen.

Ein geeigneter Remover ist zum Beispiel der UV Remover Quick & Easy.

Schadet Shellac den Nägeln?

Der Lack selbst schädigt den Naturnagel nicht. Probleme entstehen meist durch zu starkes Feilen bei der Vorbereitung oder durch gewaltsames Ablösen. Wichtig ist außerdem: Unausgehärtetes Gel sollte nicht auf die Haut gelangen, da (Meth-)Acrylate bei wiederholtem Hautkontakt Allergien auslösen können. Sauberes Arbeiten mit Abstand zur Nagelhaut und vollständiges Aushärten sind deshalb die beste Vorsorge.

Shellac, Gellack oder Nagellack – was passt?

  • Klassischer Nagellack: für kurzfristige Farbwechsel, ohne Lampe, hält wenige Tage.
  • Shellac/Gellack: für eine gepflegte Farbe über zwei bis drei Wochen, ohne Verlängerung.
  • Gel- oder Acrylmodellage: wenn der Nagel verlängert oder deutlich verstärkt werden soll – siehe Builder Gel Ratgeber.

Passende Produkte für die Gellack-Maniküre

Für den Aufbau aus diesem Ratgeber – Base, Farbe, Top Coat und Remover:

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Häufige Fragen

Ist Shellac dasselbe wie Gellack?

Nicht ganz: Shellac ist ein Markenprodukt von CND, Gellack der Oberbegriff für alle UV/LED-härtenden Farblacke. In der Anwendung sind sie sich sehr ähnlich.

Sind Shellac Nägel künstliche Nägel?

Nein. Shellac liegt als dünne Farbschicht auf dem Naturnagel und verlängert ihn nicht. Mehr dazu im Artikel Shellac Nägel: Was ist das und sind sie künstlich?

Braucht man für Shellac eine Lampe?

Ja. Shellac und Gellack härten nur unter UV- oder LED-Licht aus; an der Luft trocknen sie nicht.

Wie lange dauert das Entfernen?

Mit Remover und Folie meist rund zehn Minuten Einwirkzeit plus das vorsichtige Abschieben der Reste.

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